- Diese Veranstaltung hat bereits stattgefunden.
Canto per Torino
12 Dezember, 2025 | 18:00 – 19:30

Im Jahre 1995 war der „Canto per Torino“ ein wichtiger Anhaltspunkt. In den letzten Jahrzehnten ist in Turin unendlich viel passiert, aber ein Blick auf die Besetzung genügt, um zu verstehen, dass Canto per Torino eine Art Gründungsakt war. Die Texte stammten unter anderem von Giuseppe Culicchia und Alessandro Baricco, auf der Bühne standen viele Schauspieler, ich erinnere mich nur an drei Mädchen: Paola Rota, Serena Sinigaglia und Emma Dante. Es umfasste Menschen und Ideen. Diese Aufführung war eine grundlegende Geste, weil sie im Kern viel vom heutigen Theater enthielt. Grundlegende, ursprüngliche Gesten haben keine Leere hinter sich, sie bauen die Zukunft auf, weil sie die Vergangenheit verstehen. Der „Canto per Torino“ war eine kulturelles Szene, weil sie das Territorium und die Spektakularität, das Ereignis und die Kontinuität miteinander verband. Eine weitere Idee, die dem „Canto per Torino“ zugrunde lag, war die Nüchternheit. Vor allem in wirtschaftlicher Hinsicht. Diese vielversprechende Aufführung mit einer Besetzung von 26 Schauspielern und ebenso vielen Organisatoren und Technikern, die in der Mole Antonelliana inszeniert wurde, kostete sehr wenig, obwohl es zu dieser Zeit für Regisseure ein Ruhmesblatt war, das Budget zu überschreiten und die Bilanzen der Theater zu sprengen. Im „Canto“ war es uns gelungen, die Kosten zu begrenzen, auch weil das Geld knapp war, ohne jedoch auf etwas zu verzichten. Natürlich waren die Gagen für alle sehr niedrig, aber keine Idee musste geopfert werden. Wir mussten natürlich rationalisieren, Sparsamkeit walten lassen. Kurz gesagt, von allen Ideen des „Canto” für Turin: Theaterföderalismus, Sorgfalt, die Verbindung von Kulturkreisen und großartigen Spektakeln, die Verbindung von Veranstaltungen und Territorium, Sparsamkeit… All dies werden wir am Freitag, dem 12. Dezember, ab 18 Uhr im Teatro San Massimo mit einigen Darstellern jener Zeit erzählen und Ausschnitte aus der Aufführung und den Proben in dem damals von Nico Garrone betreuten Dokumentarfilm sehen. Diese Veranstaltung ist der richtige Ort, um genau fünf Jahre nach seinem Tod an einen weiteren großen Protagonisten zu erinnern: Fiorenzo Alfieri, der als Stadtrat für Kulturressourcen die Verantwortung übernommen hatte, dieses Unterfangen zu unterstützen und die Vergangenheit mit der Zukunft zu verbinden. Denn auch in der heutigen Zeit ist dies das Wichtigste.
(Gabriele Vacis)
„Canto per Torino“ ist ein Projekt von Gian Luca Favetto, Laura Curino, Lucio Diana, Michele di Mauro, Richi Ferrero, Valeriano Gialli, Beppe Rosso, Antonia Spaliviero, Roberto Tarasco, Gabriele Vacis.
Mit: Eugenio Allegri, Anna Coppola, Oliviero Corbetta, Laura Curino, Michele Di Mauro, Richi Ferrero, Lucilla Giagnoni, Valeriano Gialli, Beppe Rosso, Domenico Castaldo, Cristina Cavalli, Emma Dante, Olivia Manescalchi, Elisabetta Pogliani, Paola Rota, Elena Russo, Simona Barbero, Lara Ruschetti, Lucia Chiarla, Milutin Dapcevic, Diana Hobel, Evelyn Lukacic, Antonio Pizzicato, Beppe Scutellà, Serena Sinigaglia, Sandra Zoccolan
Regie: Gabriele Vacis / allestimenti Lucio Diana, Roberto Tarasco
Produktion: Assemblea Teatro, Il Gruppo della Rocca, Laboratorio Teatro Settimo con il contributo della Città di Torino Assessorato per le risorse Culturali e la Comunicazione e con l’ Assessorato al Sistema Educativo
Debut: Torino, Mole Antonelliana, giugno 1995, ripresa ottobre 1985
